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Warum 2019 ein entscheidendes Jahr wird (mit einem P.S. zur „Causa Hoeneß“)

Corporate Governance

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Mit dieser Ausgabe der GermanBoardNews verabschieden wir uns für zwei Wochen in den Urlaub – um über Weihnachten und Neujahr viel Zeit mit der Familie zu verbringen, aber auch, um Kraft zu tanken. Denn für 2019 haben wir uns viel vorgenommen.

Insbesondere wollen wir, wie bereits angekündigt, eine breit angelegte Vorstands- und Aufsichtsratsinitiative für eine tiefgreifende Corporate-Governance-Reform starten. Denn seit Veröffentlichung des Reformvorschlags der Regierungskommission, zu dem bis Ende Januar die Konsultationsfrist läuft, ist klar: Das wird alles andere als ein großer Wurf.

Und nach dem erklärten Willen des Kommissionsvorsitzenden Rolf Nonnenmacher soll danach für mehrere Jahre nichts passieren – verordneter Stillstand sozusagen, und das in Zeiten des rasanten Wandels. Das Bedenkliche: Wenn es so käme, würden viele Verantwortliche weiter Empfehlungen abhaken, statt zu diskutieren, was für ihr Unternehmen das Beste wäre (gerade mit Blick auf die digitale Transformation).

Wir müssen das Momentum nutzen

Das würde verhindern, dass Unternehmen (noch) besser werden. Und ich bin zutiefst überzeugt: Governance-Stillstand kann sich unser Wirtschaftsstandort in Zeiten verschärften Wettbewerbs und rasanter technologischer Entwicklungen nicht erlauben.

Klar ist aus meiner Sicht: Wenn die Regierungskommission mit ihrer halbherzigen Reform durchkommt, ohne dass sich 2019 breiter Widerstand formiert, wird dieses Szenario eintreten – und auf Jahre hinaus Ruhe einkehren. Wir wollen deshalb das Momentum nutzen, zumal kritische Stimmen zuletzt lauter wurden.

Meine Mitstreiter bei VARD und ich würden uns deshalb sehr freuen, wenn Sie uns unterstützen – mehr dazu nach dem Jahreswechsel an dieser Stelle. Bis dahin wünsche ich Ihnen von Herzen erholsame und besinnliche Feiertage im Kreise Ihrer Lieben und einen guten Start ins neue Jahr.

Ergänzungen, Anmerkungen, Widerspruch? Ich freue mich auf Ihr Feedback: dehnen@vard.de

Editorial von Peter H. Dehnen -> Zur Person.

P.S. In dieser Woche hat uns die nächste Hiobsbotschaft in Sachen Corporate Governance erreicht: Der Aufsichtsrat des FC Bayern München hat Uli Hoeneß erneut zum Vorsitzenden gewählt – trotz erheblicher Bedenken, die ich im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ näher erläutert habe (den Beitrag finden Sie hier, eine freizugängliche Zusammenfassung hier). Daraufhin erhielt ich einen Leserbrief, in dem mir empfohlen wurde, mich „wegen eines Anfalls von Selbstüberschätzung […] nach einem Psychiater umzusehen“, der „einem ganz offensichtlich völlig abgehobenen Zeitgenossen ein paar Tropfen verschreiben“ kann. Der Hoeneß’sche Mangel an Kritikfähigkeit färbt offenbar auch auf Bayern-Fans ab.

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