#KodexWende

#FutureGoodGovernance

Neues von der #KodexWende – und eine Replik auf die Handelsblatt-Kritik

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Unsere Webdesigner und IT-Experten haben ganze Arbeit geleistet: Seit gestern ist die Webseite zu unserer Initiative #KodexWende fertig. Hier finden Sie ab sofort die Argumente für eine grundlegende Corporate-Governance-Reform sowie Hinweise auf aktuelle Entwicklungen.

Und an Neuigkeiten wird es in den kommenden Wochen und Monaten nicht mangeln: Unsere Initiative nimmt Fahrt auf; nach unserer Stellungnahme im Konsultationsverfahren und dem offenen Brief an Bundesjustizministerin Katarina Barley habe ich viel Zuspruch und konkrete Unterstützungsangebote von Aufsichtsräten erhalten.

Allerdings bekommen Kritiker der Regierungskommission dieser Tage auch Gegenwind zu spüren. Viele der geplanten Kodex-Änderungen seien eine „Modernisierung“, schrieb die Handelsblatt-Ressortleiterin Andrea Rexer Ende vergangener Woche.

Das gelte zum Beispiel für die geplante Verkürzung der Amtszeiten auf drei Jahre. Da sich im Zeitalter der digitalen Transformation Geschäftsmodelle schneller ändern, müsse man auch Aufsichtsräte schneller austauschen können, so die Logik.

Wie modern ist ein Korsett?

In der Tat: Darüber kann man diskutieren. Aber ich frage mich: Ist es tatsächlich „modern“, Unternehmen ganz unterschiedlicher Couleur derart konkrete, einheitliche Vorgaben zu machen? International geht der Governance-Trend in eine völlig andere Richtung: weg vom Korsett – und hin zu prägnanteren Prinzipien, die die Unternehmen selbst mit Leben füllen sollen.

Auch Rexer räumt ein, dass es Argumente für längere Amtszeiten gibt. Warum dann nicht den Unternehmen Spielraum lassen für individuelle Lösungen? Damit würden wir Aufsichtsräte und Vorstände in die Verantwortung nehmen und Diskussionen anregen – vor allem, wenn wir diesen Ansatz mit dem „Apply-and-Explain“-Prinzip verknüpfen.

Unternehmen müssten dann überzeugend darlegen, warum sie sich für die jeweilige Lösung entschieden haben.

Stellen Sie sich vor: Corporate Governance wäre dann plötzlich nicht mehr lästige Bürokratie, sondern eine Gestaltungsoption. DAS wäre angesichts von Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und Cyber ein wahrhaft moderner Ansatz.

Ergänzungen, Anmerkungen, Widerspruch? Ich freue mich auf Ihr Feedback: dehnen@vard.de

Editorial von Peter H. Dehnen -> Zur Person.

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