#kodexwende

#FutureGoodGovernance – Neue Konzepte für neue Zeiten: Für die „dritte Welle“ brauchen wir Aufsichtsräte und Vorstände mit Rückgrat. Wer nicht anecken will, hat ausgedient.

Kodex

Gönnen wir uns zu Beginn der nordrhein-westfälischen Schulferien heute eine kleine Pause von Corporate Governance und Künstlicher Intelligenz. Reden wir über die Menschen, die die Zukunft gestalten sollen und die die Verantwortung tragen für Transformation und Unternehmenskultur. Mit anderen Worten: Reden wir über die menschliche Seite von Aufsichtsräten und Vorständen. Reden wir über Personal Governance.

Ein Artikel in der Welt hat es jüngst auf den Punkt gebracht. Viele Aufsichtsräte und Vorstände schwärmen in Hochglanzbroschüren von „sozialer Verantwortung“ – verstummen aber, sobald es konkret wird. Damit erinnern sie an manchen Politiker: Wegducken, Mainstream reden, bloß nicht auffallen oder anecken.

Aber sind Unternehmen wirklich ‚unpolitisch‘?  Dürfen Entscheider keine (persönliche) Meinung äußern, wenn sie ein Amt haben? Die Zeiten scheinen sich gewandelt zu haben, seit Mächtige in China, Saudi-Arabien und USA mit eiserner Faust agieren.

Müssen Manager für Freiheit und Demokratie eintreten?

Für mich stellt sich die Frage, wie sich Aufsichtsräte und ihre Vorstände den ethischen Herausforderungen stellen. Sollen oder müssen sie für Demokratie und Freiheit eintreten – und wenn ja: wie? Die Unternehmensführung befindet sich in einem neuen Spannungsfeld: Einerseits neue globale, politische, das gesamte Ökosystem bedrohende Rahmenbedingungen – und andererseits die immer lauter werdende Stimme der (institutionellen) Aktionäre, die mehr soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit fordern.

Die Lösung dieses Dilemmas ist nicht das ‚befreiende‘ Abhaken beim ‚comply-or-explain‘. Das reicht schon längst nicht mehr für gute Governance – und wird in einer zunehmend komplexen und schnelllebigen Wirtschaft erst recht nicht mehr reichen. Wer meint, er müsse nur eine Liste mit Empfehlungen und Kriterien abarbeiten, um ein guter Aufsichtsrat oder Vorstand zu sein, ist fehl am Platze.

Auf die Kultur kommt es an – und damit auf die Menschen

Denn ich bin überzeugt: Das Spielfeld, auf dem sich alles entscheiden wird, ist die Unternehmenskultur.  Und dort kommt es zuallererst auf die Menschen an. Unternehmen, deren Entscheider es nicht schaffen, überzeugende Antworten zu finden und glaubhaft vorzuleben, werden mit schwindender Arbeitsmoral bestraft und keine hochmotivierten Mitarbeiter mehr finden – auch nicht für viel Geld. Die Folge ist Mittelmaß oder Abstieg in die Kreisliga.

Für die dritte Welle der Corporate Governance brauchen wir deshalb Aufsichtsräte und Vorstände mit Rückgrat und Moral – also solche, die nicht schweigen und still vor sich hinarbeiten, sondern Farbe bekennen und sich für Ihre Prinzipien einsetzen – auch zusammen mit Gleichgesinnten. Denn nur GEMEINSAM werden wir Antworten und Lösungsansätze für die anstehenden Herausforderungen finden.

 

P.S. Übrigens: Wir von VARD haben den 15. Deutschen Aufsichtsratstag (#DART15) am 4./5. November als ‚Special Edition‘ konzipiert, um mit vorwärts-denkenden Aufsichtsräten, Vorständen und anderen klugen Köpfen (darunter auch aktivistische Aktionäre) an der Zukunft der Corporate Governance in Deutschland zu ‚arbeiten‘. ALLE, die Gedanken und Ideen für #FutureGoodGovernance haben und zu einem großen Ergebnis etwas beisteuern wollen, sind herzlich eingeladen.

 

Ergänzungen, Anmerkungen, Widerspruch? Ich freue mich auf Ihr Feedback: herausgeber@germanboardnews.com

Editorial von Peter H. Dehnen -> Zur Person.