#KodexWende

#FutureGoodGovernance

Wie sieht die Corporate Governance im Jahr 2029 aus? Ein Szenario – und ein Aufruf an Entscheider.

Zeitreise

Wir blicken nach vorne. Ich möchte Sie heute auf eine kleine Zeitreise in das Jahr 2029 mitnehmen. Stellen Sie sich vor, Sie lesen – wie gewohnt – am Freitagmorgen Ihre GermanBoardNews. Ein Beitrag verweist auf den „GCGS“, den Global Corporate Governance Standard, der vor fünf Jahren, also im Jahr 2024 eingeführt wurde – infolge einer konzertierten, vom Stakeholder-Value-Gedanken inspirierten Aktion von OECD und UN, um die Corporate Governance zu internationalisieren.

Eine von der EU-Kommissionspräsidentin am Ende ihrer ersten Amtszeit durchgeboxte Corporate-Governance-Initiative hatte den Weg für eine internationale Lösung frei gemacht, vorbei waren damit – gleichsam über Nacht – die Zeiten kleinteiliger nationaler Kodizes.

Fünf Jahre später, im Jahr 2029, fällt die Bewertung in den GermanBoardNews positiv aus. Die international vernetzten nationalen ‚Börsen‘ spielen wieder eine sichtbare Rolle in Sachen gute Unternehmensführung. Sie fungieren als Hüter der Corporate Governance und der Ort, an dem GCGS-Reports online bereitgehalten und von einem ausgereiften Scoring-System transparent bewertet werden.

Zudem haben sich für die Unternehmensfinanzierung – auch getrieben durch den anhaltenden Negativzins – völlig neue Modelle entwickelt und die meisten Geschäftsmodelle waren hierauf eingeschwenkt. Die Bundesregierung hatte sich deshalb gezwungen gesehen, das Aktiengesetz und das gesamte Arbeitsrecht grundlegend zu reformieren, um Unternehmen Raum für die überlebenswichtigen Anpassungen zu geben. Viele gesetzgeberische, in die Jahre gekommenen Errungenschaften waren obsolet und vom neuen Zeitgeist weggespült worden.

Unabhängige Spezialunternehmen als Aufsichtsräte?

Auch Unternehmen mussten sich neu erfinden. Sie haben neue Arbeitsmodelle entwickelt und in vielen Fällen den Konflikt zwischen Mensch und Technik überwunden. Parallel dazu ist die Wirtschaftsprüfung (die im Jahr 2029 anders heißt) von einer permanenten digitalisierten Überprüfung abgelöst worden. Und im Zuge der GCGS-Initiative von OECD und UN wurden Unternehmensführung und -überwachung neu definiert – Status Quo ist inzwischen eine Kombination aus dualem und monistischen System. Als Aufsichtsräte fungieren unabhängige Spezialunternehmen.

Infolge der GCGS-Initiative mussten Unternehmen zudem ihren ‚Purpose’ definieren und dabei die Interessen aller Stakeholder berücksichtigen – und zwar auf Basis verbindlicher Vorgaben bzw. einer Art Mindeststandard. Über dessen Einhaltung müssen Unternehmen nun regelmäßig in digitaler Form berichten (was zum oben bereits erwähnten Scoring führt).

Lassen Sie uns das Heft des Handelns in die Hand nehmen

Zurück in die Gegenwart. Das ist natürlich alles Fiktion. Aber wer weiß, es könnte so kommen. Oder (noch) besser? Oder schlimmer?  Entscheidend ist für mich, wer darüber entscheidet, was die Zukunft bringt. Ist es die (nationale und europäische) Politik oder sind es internationale Institutionen wie OECD und UN? Ich bin überzeugt: Es ist die kardinale Pflicht der Unternehmensverantwortlichen (Aktionäre, Aufsichtsräte, Vorstände), das Heft des Handels in die Hand zu nehmen und zu halten.

Ich würde mich deshalb freuen, wenn Sie Verantwortung übernehmen und mit uns über die Zukunft der Corporate Governance diskutieren – und zwar auf dem 15. Deutschen Aufsichtsratstag (#DART15) am 04./05. November in Düsseldorf, der unter dem Motto #FutureGoodGovernance steht. Neue Zeiten brauchen neue Konzepte – und Ihre Ideen.

Hier geht es zur Anmeldung!

 

Ergänzungen, Anmerkungen, Widerspruch? Ich freue mich auf Ihr Feedback: dehnen@vard.de

Editorial von Peter H. Dehnen -> Zur Person.